MENSCHEN & TEAMWORK Anastasia Bron, Head of Process Management, und Prozessexperte Jack Conen im FFK-Betrieb (Plant 4) von Saltigo. Hier wurde SMAART als Erstes ausgerollt. „Wir sind ein stark automatisierter Betrieb und SMAART hilft uns, den Überblick über die komplexen Prozesse zu behalten. Man sieht direkt, ob es irgendwo Probleme gibt“, sagt Bron. WENN�S SMAART LÄUFT Seit nun schon über einem Jahr gehört in den meisten Betrieben von Saltigo eine neue App zum Arbeitsalltag – SMAART. Sie optimiert Prozesse und steigert die Anlagenkapazität deutlich. Wie das geht, erläutert der Ideengeber Julian Stiller. An Sterne-Köchen fasziniert vieles, doch eines lässt immer wieder staunen: Wie schaffen sie es, ihre so individuell anmutenden Kunst- werke vielen Gästen in der exakt selben Mi- nute zu servieren? „Diese Köche haben auf jeden Fall die Taktzeiten in ihren Herstellungs- prozessen aufs Höchste optimiert“, vermutet Julian Stiller, in der Business Unit Saltigo für „Kontinuierliche Verbesserungen“ zuständig. Klingt einleuchtend: Ist jeder kleinste Arbeits- schritt im Ablauf perfektioniert, sinkt die Zeit für die Zubereitung des ganzen Gerichts. Stiller weiß, wovon er spricht, denn er be- schäftigt sich intensiv mit der Frage der op- timierten Taktzeiten bei den chemischen Pro- zessen in den SGO-Betrieben. Das gehört natürlich zum Alltag eines jeden Produktions- teams. Aber Stiller war es, der vor drei Jah- ren dachte: Wir brauchen eine eigene App. Sie soll uns sekundenschnell ein Ranking von den Apparaten aufführen, die innerhalb eines Prozesses für eine Optimierung am wichtigsten sind. Und sie sollte darüber hin- aus auch noch deutlich machen, welche Ver- fahrensschritte in den Apparaten die größte Bedeutung haben. So könnte man auf einen Blick sehen, wo man zur Taktzeitoptimierung 18 Xpress | 04.2024 ansetzen müsste. Unser Sterne-Koch würde mit solch einer App vielleicht sehen, dass die Zubereitung des Fonds den größten Einfluss auf den zeitlichen Ablauf des gesamten Ge- richts hat. Denn der Fond dauert lange, und er braucht ihn für mehrere weitere Arbeits- schritte. Könnte er diesen Vorgang optimie- ren, ginge alles andere schneller. Julian Stiller setzte den Werksstudenten Tobias Siekmann darauf an, die App zu programmieren. Denn das kam noch hin- zu: In diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten musste das Projekt mit interner Man- power klappen. Bald lag eine erste Version vor. Matthias Grabowski, Prozessmanager Chemie im FFK-Betrieb Leverkusen, tes- tete sie: „Auch wenn die Pilotversion noch etwas wackelte, habe ich sofort ihr Potenzi- al erkannt“, erinnert er sich. Heute wackelt nichts mehr: die App ist fertig und wurde SMAART getauft – die smarte Abkürzung für das Akronym: Standardisierte Methode zur Automatisierten Analyse und Reduktion von Taktzeiten. Grabowski will die App nicht mehr missen: „Ich nutze sie täglich, um mir einen Überblick über den Prozess zu ver- schaffen und Verbesserungen anzustoßen“. Einige der durch SMAART aufgedeckten Potenziale ahnten Prozessexperten schon vorher, zahlreiche andere fielen erst durch SMAART auf. „Eine Sache etwa sprang durch die App ins Auge“, erzählt Stiller. Bei einem bestimmten Prozess muss eine Sub- stanz auf 70 Grad herabgekühlt sein, damit sie in einen anderen Apparat überführt wer- den kann. Durch SMAART fiel auf, dass die Überführung sich oft verzögerte, manchmal um bis zu drei Stunden. Schlimmer noch: War die Temperatur erst einmal unter 65 Grad gesunken, heizte sich der Apparat vor der Überführung erst wieder auf – eine echte INTERESSE GEWECKT? Melden Sie sich zu einer Live-Demo an! Den Link dazu finden sie im Xnet unter „Was steht an?“: 14.01.2025, 10:00 – 11:30, Xlearn (Deutsch) 16.01.2025, 15:00 – 16:30, Xlearn (Englisch) 22.01.2025, 15:00 – 16:30, Xlearn (Deutsch) Das SMAART -Team: 1. Reihe v. l.: Michael Reinert, Marcel Dembek, Tatjana Berg, Mattias Grabowski, Rasit Faller. 2. Reihe v. l.: Rolf Begemann, Tobias Siekmann, Julian Stiller, Boris Bosch.