„Wir setzen auf die Zukunft“
Polymer
Additives hat als erste Business Unit die Kundensegmentierung
abgeschlossen. Nun geht es an die Umsetzung eines neuen
Go-to-Market-Modells. Ab dem 1. Januar 2025 will das PLA-Team mit neuen
Zielen Marktchancen besser heben. BU-Leiter Karsten Job blickt gespannt
ins neue Jahr.
Herr Job, wie läuft es gerade in Ihrer Business Unit?
Karsten Job: Wir
sind alle eingespannt und freuen uns auf ein neues Kapitel in unserer
PLA-Sales-Geschichte. Seitdem ich dabei bin, haben wir noch nie solch
einen Change-Prozess erlebt. Das ist schon aufregend.
Was genau ändert sich?
Wir
haben alle unsere rund 1.600 Direktkunden nach neuen Kriterien
sortiert. Das geschah zunächst über ein digitales Tool. Die Ergebnisse
hat das Sales-Team gegengecheckt. Wir haben unsere Kunden in vier
Kategorien eingeteilt: Die Gruppe, die kaum Vertriebsressourcen
benötigt, aber auch kaum Wachstumspotenzial hat, ist mit rund 1100
Kunden die größte. Dann identifizierten wir die Kunden, die schon einen
hohen Marktanteil haben, aber kaum noch wachsen. Sie wollen wir auf
jeden Fall behalten. Deshalb nannten wir die Gruppe Defend. Sie wächst
mit dem Markt und mit ihr wollen wir wachsen. Die letzte Gruppe ist die
Grow-Gruppe. In ihr sehen wir das größte Wachstumspotenzial, auch wenn
oder weil sie noch nicht so umsatzstark ist. Mit dieser Einteilung
blicken wir in die Zukunft, wollen Kunden an uns binden, die in Zukunft
vielleicht die stärksten Player im Markt sein werden. Bis Ende des
Jahres soll die Zuordnung aller Kunden zu einem der vier genannten
Marktkanäle stehen, so dass wir mit der Umsetzung beginnen können.
Was bedeutet das für die Arbeit der Sales-Kolleginnen und -Kollegen?
Mit
diesem zukunftsgerichteten Blick müssen wir uns neu aufstellen: Kunden
mit großem Wachstumspotenzial brauchen eine intensivere Betreuung.
Früher war es normal, dass ein Sales-Mitglied bis zu 50 Kunden betreute.
Das halten wir nicht mehr für zielführend. Für unsere Kunden mit
geringem Wachstumspotenzial stehen künftig verstärkt digitale Kanäle
oder auch Distributoren bereit. So reduzieren wir hier die direkte
Betreuung. Die übrigen rund 500 Kunden benötigen aber teilweise eine so
intensive Betreuung, vor allem in der Grow-Gruppe, dass auf einige
Sales-Kollegen künftig nur noch vier bis acht Kunden kommen. Damit
konzentrieren wir uns auf den Bereich, in dem wir die größte
Wertschöpfung sehen.
Müssen bei solch einer Umstellung die Teams nicht geschult werden?
Unser
gesamtes Team ist erfahren und qualifiziert. Alle Mitglieder werden
unser Konzept umsetzen, da bin ich optimistisch. Außerdem haben wir
klare Richtlinien dafür, was wir von den einzelnen Kundenkontakten
erwarten und welche Ziele wir bei ihnen verfolgen. Auch hier
unterscheiden wir: Braucht der Kunde persönliche Besuche oder ist er
eher an digitaler Kommunikation interessiert? Die Kolleginnen und
Kollegen, die sich mehr um die „digitalen“ Kunden kümmern, gehören zum
Inside Sales Team und haben natürlich quantitativ mehr Kunden zu
betreuen. Insgesamt werden wir in Zukunft den Serviceaspekt in den
Vordergrund stellen. Für unsere Kunden mit Wachstumspotenzial stehen bei
Bedarf auch verstärkt Kolleginnen und Kollegen aus dem technischen
Support oder dem Marketing zur Verfügung. Wir wollen Partner unserer
Kunden sein und sie bei ihren Ambitionen bestmöglich unterstützen.
Wie reagiert Ihr Team auf diese einschneidenden Veränderungen?
Sehr
positiv. Wir haben alle von Anfang an in diesen Prozess eingebunden.
Jetzt wird es bis Ende des Jahres drei große Meetings mit den Teams in
den Regionen Americas, APAC und EMEA geben. Wir werden unsere Konzepte
vorstellen und diskutieren. Sie sind übrigens auch auf die anderen BUs
übertragbar. Damit unser Konzept optimal umgesetzt werden kann, ist es
wichtig, dass die Teams das Customer Relationship Management System
nutzen. Für dieses System werden gerade neue Funktionen entwickelt. Sie
sollen uns ermöglichen, unsere Ziele auf der Kundenebene aufgrund von
vorliegenden Daten zu definieren und sie dann möglichst effizient
umzusetzen. Auf diese Weise lernen wir viel mehr über unsere Kunden und
den Markt. Dieses erweiterte Wissen hilft dann nicht nur uns, sondern
auch allen in den anderen Abteilungen oder auch den BUs bei ihren
Projekten.
Zitat:
Kunden gewinnen
„Mit
dem neuen Konzept werden wir wieder stärker zum Jäger, der neue Kunden
gewinnen muss. Die Kundensegmentierung bietet uns die perfekte Balance
zwischen der Fokussierung auf Wachstumskunden und dem optimalen Einsatz
unserer Ressourcen.“
Karsten Job, Leiter der BU PLA. Sie ist die
Pilot-BU für das Projekt.