VORHERGESAGT & GELD GESPART Weltweit. Eingreifen, bevor es zu spät ist. „Wir wollen frühzei- tig handeln, damit es erst gar nicht zu einem ungeplanten Stillstand kommt“, sagt Bas- tian Höfer, Head of Predictive Maintenance, GF PTSE. Mit seinem Team führt er die vor- ausschauende Wartung welt- weit ein. „Mithilfe von KI und in die Anlagen integrierten Sensoren lässt sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit vor- hersagen, wann und warum ein Kompressor, ein Rührwerk oder ein anderes Anlagenteil ausfallen könnte“, erläutert er. Den besonderen Clou dabei hebt Bastian Jana, Head of Production Supporting Solutions, GF IT, hervor: „Die KI erkennt nicht nur grobe Anomalien wie das Vibrieren einer Pumpe. Sie analysiert auch komplexe Schwingungs- und Temperaturprofile in ihrem Zusammenspiel mit anderen Prozessgrößen.“ So stellt sie fest, ob Maschinen oder Anlagen von ihrem nor- malen Verhalten abweichen und ein Eingreifen erforderlich ist. Mögliche Ausfälle werden teilweise Wochen im Voraus erkannt. Seit Beginn des weltweiten Rollouts der Predictive-Main- tenance-Aktivitäten konnte das Team bereits Einsparun- gen im siebenstelligen Be- reich erzielen. Ziel ist es nun, nicht nur einzelne Maschinen, sondern ganze Produkti- onsprozesse KI-gestützt zu überwachen. DREI FRAGEN AN BART GOOSSENS, regionaler Sales Manager der Business Unit LPT in Belgien Sauber getrennt reagieren die Trinkwasserversorger. Auch staatliche Organisationen machen ihren Einfluss geltend. Die mobilen Anlagen sind sehr flexibel und schnell einsatzbereit. Sie können schon arbeiten, während eine große Anlage gebaut wird. Oder man setzt sie punktuell ein, bis – wie in unserem Fall – andere, weniger belastete Trinkwas- serquellen genutzt werden können. Die Leistung dieser modularen Wasserauf- bereitungsanlagen ist jedenfalls beeindruckend: Eine kann bis zu 190.000 Liter Trinkwasser pro Stunde aufbereiten. Herr Goossens, zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zu dem Vertrag mit dem belgischen Unter- nehmen De Watergroep. LPT ist damit einer der ersten Anbieter, dessen Ionenaustauscher zur Entfernung von PFAS aus Trink- wasser eingesetzt werden. Wie ist Ihnen das gelungen? Bart Goossens: Mit meinem Charme natürlich! Aber Spaß beiseite. Wir konnten in Anwendungsversuchen zeigen, dass unsere Harze mehr PFAS binden als die Ionenaustauscher einiger Wettbewerber. Mit unserem Lewatit® TP 108 DW liegen wir mehr als 20 Prozent vor ihnen. Das ist ein starkes Argument für unsere Kunden. Ich hatte schon früh davon gehört, dass man in einem Naturschutzgebiet bei Brüssel Trinkwas- ser aufbereiten wollte. Ich habe das sofort als sehr gute Chance gesehen, einem größeren Kundenkreis zu zeigen, wie gut unsere Ionenaustauscher PFAS aus Trinkwasser entfernen. Sehen Sie hier Potenzial für LPT? Aber ja! Bislang sind wir stark im Abwasser- bzw. Industriewasserbereich vertreten, wo wir ebenfalls noch Wachstumschancen sehen. Auch hier werden die mobilen Geräte eingesetzt. Mit unseren Ionenaustauschern im Bereich Trinkwasseraufbereitung wollen wir unser Geschäftsfeld nun erweitern. PFAS finden sich in ganz Europa und in den USA. Die Amerikaner nutzen schon seit Jahren Ionenaustauscher zur Entfernung von PFAS. Es gibt sehr viele Forschungsaktivitäten auf diesem Gebiet. Bisher werden die verbrauchten, also mit PFAS belasteten Harze bei hohen Temperaturen verbrannt. Hier wird nach nachhaltigeren Lösungen gesucht. Wir stehen in engem Aus- tausch und bereiten uns darauf vor, dass sich unsere Ionenaustauscher perfekt in die neuen Technologien integrieren lassen. Das ist der nächste Schritt. Dafür sind wir bereit. Hat das auch geklappt? Ja, auf jeden Fall. Seitdem wir den Zuschlag erhalten haben, sind bereits mehrere Anfragen hereingekommen. Das ist eines der ersten und größten Trinkwasserprojekte in Europa, bei dem Ionenaustauscher zur PFAS-Entfernung eingesetzt werden. Insofern hat das natürlich eine Strahlkraft für uns. Die Trinkwasserbranche ist eigentlich konservativ. Aber PFAS ist in den letzten Jahren ein großes Thema geworden.* Man geht davon aus, dass die Grenz- werte weiter sinken könnten. Deshalb *PFAS sind Per- und Polyfluoralkylsubstanzen, die seit den 1950er Jahren in großem Maßstab produziert werden. PFAS finden sich etwa in Feuerlöschschäumen, Textilien, Bratpfannen, Burgerpapier, Wetterjacken, Elektronik, Transportmitteln, im Energie- sektor und in medizinischen Geräten wieder. Studien legen nahe, dass PFAS verschiedene Krankheiten wie erhöhte Cholesterin- werte, Störungen der Schilddrüsenfunktion und eventuell Krebs auslösen könnten. Die EU verschärfte 2020 ihre Trinkwasser- richtlinien in Bezug auf PFAS, 2023 legte die EU-Kommission einen Vorschlag zum Verbot der gesamten Stoffgruppe vor. 01.2025 | Xpress 5