Die Zukunftsmacher


Wie können wir mit unseren Produkten  und Ideen dazu beitragen, Lösungen für die Probleme dieser Welt zu finden? Diese Frage will LANXESS künftig ins Zentrum seines Handelns stellen. Alle Mitarbeitenden sind gefragt, einen Beitrag dafür zu leisten. Wir stellen Ihnen drei Kollegen vor, die in ihrem Bereich Erstaunliches erreicht haben: Thomas Klein, Hermann Womelsdorf und Robert Gorgas.

Die Welt gerät aus den Fugen, so wirkt es im Moment. Mit dem Ukraine-Krieg und der Wahl des neuen US-Präsidenten gehen Disruptionen einher, wie sie Europa in den letzten 80 Jahren nicht erlebt hat. Wie reagiert ein Unternehmen darauf? Es besinnt sich auf sich selbst und bleibt seinen Werten treu. CEO Matthias Zachert sagt: „In dieser unsicheren Welt wollen wir mit unseren nachhaltigen Lösungen dazu beitragen, dass wir heute und in Zukunft gesund und sicher auf dieser Welt leben können. Wir bieten mehr als nur Chemikalien.“  Mit diesem Anspruch tritt LANXESS an, leistet seinen gesellschaftlichen Beitrag aus Überzeugung und bietet auch Lösungen für wichtige Fragen der Menschheit an. Dazu zählen unter anderem folgende Bereiche.

Unsere Lösungen für eine sichere und bessere Welt

Da ist zunächst das Thema Klimawandel. Hier lässt sich LANXESS durch die weltpolitischen Umwälzungen nicht von seinen selbstgesteckten Zielen abbringen. Bis 2040 will der Konzern klimaneutral produzieren. Schon heute unterstützen die BUs ihre Kunden mit vielen neuen nachhaltigen Produkten dabei – wie die aus der Scopeblue-Reihe –, ihre eigenen Klimaziele zu erreichen. Im Bereich der erneuerbaren Energien liefert die BU LAB Schmierstoffe für Windkraftanlagen, damit diese länger halten. LANXESS steigt mit dem Produkt Lewatit™ in die Produktion von grünem Wasserstoff ein, und Ionenaustauscher können auch dabei helfen, CO2 aus der Luft zu filtern.  

Wie empfindlich die Welternährung gestört wird, wenn ein Land wie die Ukraine plötzlich nicht mehr seine Ernten liefert, erfuhren in den letzten Jahren mehrere Länder Afrikas auf bittere Weise. Die Weltbevölkerung wächst, die Ernten müssen ertragreicher werden, sauberes Trinkwasser und Lebensmittel sind vonnöten. Unter anderem leisten die Vorprodukte von Pflanzenschutzmitteln der BUs AII und Saltigo hier ihren Beitrag. Die Dringlichkeit des Themas führt in den BUs zu verstärkten Forschungsaktivitäten, etwa zur Entwicklung effektiverer Adsorber, um Trinkwasser gezielt von umwelt- und gesund-heitsschädlichen Stoffen zu befreien.

Weitere große Themen sind Gesundheit, Mobilität und sicheres Wohnen. In allen fünf Themenfeldern bietet LANXESS bereits heute wichtige Lösungen an. „Aber wir müssen hier unsere Profitabilität steigern“, sagt Matthias Zachert. „Dafür bilden die Excellence Streams unser Fundament.“

So vermittelt der Commercial Excellence Stream Tools und Techniken, um in der Schnittstelle zum Kunden besser zu werden – und um so die Kunden und deren Herausforderung mit ihren Kunden besser zu verstehen. „Dieses tiefe Wissen ist notwendig, damit wir auch Produkte, Services oder Geschäftsmodelle entwickeln können, die maßgeschneidert zum Markt bzw. zum Kunden passen“, so Zachert. Aus der Markt- und Kundenkenntnis entstehen Innovationen, die für ein nachhaltiges, organisches Wachstum des Unternehmens sorgen. „Früher sind wir durch Zukäufe gewachsen, jetzt wollen wir das durch unsere eigene Kraft schaffen“, sagt Zachert. „Dafür müssen wir unser altes Silodenken aufgeben und als ONE LANXESS gemeinsam kämpfen.“

Daraus folge auch, dass wir mit neuen Erkenntnissen alte Gewohnheiten ablegen müssten. Es sei entscheidend, schnell auf neue Anforderungen zu reagieren. „Nichts ist heute offensichtlicher: Die Welt und die Märkte verändern sich in rasantem Tempo. Was heute gilt, kann morgen überholt sein. Wir wollen zu den Gewinnern gehören und den Entwicklungen am besten einen Schritt voraus sein.“ Dieses neue Mindset erfordere ein hohes Maß an unternehmerischem Denken, Flexibilität und Offenheit.

„Lassen Sie uns gemeinsam das beste LANXESS aller Zeiten schaffen und nach Exzellenz in allen Bereichen streben. Freuen wir uns darauf, diesen Weg gemeinsam zu gehen“, fordert Matthias Zachert alle Kolleginnen und Kollegen auf.

Lassen Sie sich dazu von unseren drei Zukunftsmachern inspirieren, und lesen Sie deren Geschichten auf den folgenden Seiten.


Auf die Straße gebracht

In den Bereichen Mobilität, Umwelt und Gesundheit gelangen dem Mannheimer Labor der Business Unit LAB zwei Coups.Laborleiter Thomas Klein berichtet:

„Uns war schon länger klar, dass wir für unser Schmierstoff-Additiv Additin™ RC 8103 einen neuen Rohstoff brauchten. Denn der bis dahin genutzte Rohstoff 2-Ethylhexansäure gilt als gesundheitsgefährdend (reprotoxisch), was für unser Additiv ungünstig war. Inzwischen ist es mir zusammen mit dem Team der Anwendungstechnik in Mannheim gelungen, diesen petrochemisch hergestellten Rohstoff durch eine in der Natur vorkommende Fettsäure zu ersetzen. Damit stellt die neue Produktvariante nicht nur keine Gefahr für die Gesundheit dar, sondern der Anteil von nachwachsendem Kohlenstoff wird auch bei der Variante mit der Ethylhexansäure von ca. 80 Prozent auf 90 Prozent gesteigert. Für uns ist das ein großer Erfolg.

Bekanntes Produkt neu genutzt
Seit langem beschäftige ich mich auch mit Additiven für Asphalt. Mit einem Produkt auf Basis von Schwefelträgern, wie wir sie in Mannheim herstellen, ist es uns gelungen, die Temperaturen bei der Verarbeitung von Asphalt im Straßenbau zu senken. Dadurch entstehen weniger gesundheitsgefährdende Dämpfe, und wir können die neuen Grenzwerte leichter einhalten. Ein sehr positiver Nebeneffekt ist, dass wir durch die niedrigeren Temperaturen auch den Energieverbrauch und den CO2-Ausstoß in den Asphaltmischwerken senken können. Ein weiterer positiver Klimabeitrag ist, dass unser Produkt inzwischen zu über 90 Prozent auf nachwachsendem Kohlenstoff basiert – das verschafft uns eine sehr gute Position im Wettbewerb. Diesen Erfolg in der Produktentwicklung verdanken wir unserer guten Teamarbeit hier in Mannheim und einigen sehr guten Beiträgen von Studentinnen und Studenten mehrerer Hochschulen, mit denen wir eng kooperieren.

Erste Praxistests
Wir konnten das Additiv bereits in die Pilotproduktliste der Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) aufnehmen lassen und haben es auch in der Praxis auf einer Asphaltmischanlage der Kurpfälzer Asphalt-Mischwerke (KAM) in Heidelberg getestet. Dort hat sich bestätigt, dass unser Produkt die Temperatur beim Verdichten von Asphalt sehr gut senkt. Jetzt testet unser Partner KAM unter anderem, welche Dosierung optimal ist, also wie wir mit möglichst wenig Additiv die maximale Wirkung erzielen. Unser Ziel ist es, unser LANXESS-Additiv noch in diesem Jahr in einem deutschen Straßenbauprojekt einzusetzen und damit seine Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen.

Das Thema Straßenbau und Temperaturabsenkung beim Asphalteinbau ist ein internationales. Deshalb soll unsere Anwendung unter der Leitung von Li Xing aus den USA auch global ausgerollt werden.“


Rückschlag verwandelt

Antioxidantien verbessern die Eigenschaften von Schmierölen, sorgen auch für deren Langlebigkeit und leisten so einen Umweltbeitrag. In Latina musste der Standort 2024 recht plötzlich seine Produktion von diesem Additiv so hochfahren wie nie zuvor. Wie das gelang, berichtet Standortleiter Hermann Womelsdorf.

Chance ergriffen
„Das Jahr 2024 war für uns hier in Latina ein herausforderndes Jahr. Eine wichtige Produktionslinie wurde geschlossen.  Das hat uns sehr getroffen, denn sie hatte seit der Gründung der Site in den 1970ern über viele Jahre hohe Erträge gebracht. Doch genau in diesem traurigen Moment bot sich uns die Chance, einen Kunden in Europa zu gewinnen, den die BU LAB aufgrund der unsicheren Liefersituation (Suez-Krise) nicht mehr aus Asien beliefern konnte. Allerdings hatten wir in unserer Anlage, der N-Plant, seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 2017 noch nie so große Mengen des gewünschten Antioxidationsmittels Naugalube™ 438L produziert. Statt 200 Tonnen pro Monat sollten es nun 400 Tonnen sein. Trotzdem haben wir zugesagt.

Wir waren optimistisch, dass wir das schaffen würden. Denn 2023 hatten wir einen neuen Katalysator für das Antioxidationsmittel getestet. Unser Team von Global Process Development im kanadischen  Elmira hatte in Laborversuchen festgestellt, dass dieser Katalysator durch seine höhere Aktivität den Produktionsprozess beschleunigen könnte. Der Test in unserer Anlage bestätigte das. Auch mit dem neuen Katalysator behielt das Additiv die gewünschten Eigenschaften. Nur die Reaktion lief deutlich schneller ab. 2023 war das für uns nicht so wichtig, weil die Auftragslage mau war. Außerdem hatten wir noch Lagerbestände mit dem alten Katalysator.  Natürlich lief nicht vom ersten Tag an alles reibungslos, aber wir haben es recht schnell geschafft, die Probleme zu identifizieren und zu beheben. Wir konnten den Auftrag erfüllen. In der Spitze haben wir sogar 500 Tonnen pro Monat produziert.

Dieser Erfolg, eine Anlage so schnell auf eine solche Produktionsmenge hochzufahren, war eine unglaubliche Teamleistung der gesamten Site. Alle haben an einem Strang gezogen. Der Auftrag war unsere Chance. Das zeigten dann auch die überraschend guten Zahlen am Ende des Jahres.

Wichtige Erfahrung
Für die Belegschaft war diese Erfahrung wichtig. Wenn eine ehemals sehr lukrative Produktlinie wegbricht, drückt das auf die Stimmung. Aber 2024 hat uns gezeigt, dass es sich lohnt, Neues auszuprobieren, auch wenn es im Moment vielleicht noch keinen konkreten Bedarf dafür gibt. Wir haben damals, 2023, die Zeit, die uns die gesamtwirtschaftliche Situation ließ, sinnvoll in den Test investiert. Das hat sich dann 2024 ausgezahlt.“

Neuen Maßstab gesetzt

In Bitterfeld forscht Robert Gorgas an der Anpassung von Ionenaustauschern für zukunftsweisende Anwendungen. Das macht er vor allem aus einem Grund – er will Umweltthemen vorantreiben:

„Für mich leistet die Chemie einen elementaren Beitrag für unsere grüne Zukunft. Das war auch der Grund, warum ich mich für ein Chemiestudium und schließlich vor  zwei Jahren für meinen Job bei LANXESS entschieden habe. Ich möchte mein Wissen und meine Arbeit dafür einsetzen, nachhaltige Themen wie die Kreislaufwirtschaft voranzutreiben. Und genau das kann ich als Forscher bei LPT tun.

Gerade sind wir dabei, ein neues Lewapol auf den Markt zu bringen, dass PFAS gründlicher und effizienter aus Abwässern filtern kann. Die Grundlagen dafür haben wir im Labor und unserer Pilotanlage in Bitterfeld entwickelt und getestet: Unsere Kernkompetenz ist die Herstellung von monodispersen Ionenaustauschern, die alle exakt die gleiche Größe aufweisen. Für unser neues Produkt haben wir die Größe von  kleinen Lewapolen noch mal um 20 Prozent reduziert – was ihre Leistungsfähigkeit mehr als verdoppelt. Dazu haben wir eng mit dem den Laboren in Leverkusen und Jhagadia zusammengearbeitet. Denn hier sehen wir einen großen Markt, da Umweltauflagen in den kommenden Jahren immer mehr zunehmen werden. Die Kollegen in Jhagadia haben das neue Produkt gerade erstmals erfolgreich im großen Maßstab hergestellt – mit positivem Feedback von unserem ersten Kunden. Mitte des Jahres soll dann die erste Charge bei uns in Deutschland produziert werden.

CO2 aus der Luft filtern
Ein weiteres Thema mit viel Potenzial ist das Thema Air Purification. Hier arbeiten wir bereits eng mit einem Hersteller von Anlagen zur Filtration von CO2 aus der Luft zusammen und haben ein neues Labor in Leverkusen eingerichtet, das sich darauf spezialisiert. Unser Ziel: im großen Stil niedrig konzentrierte Mengen Kohlendioxid aus der Luft filtern – beispielsweise in Innenstädten oder der Nähe von Industrieanlagen. Das ist etwas, was wir mit unseren Ionenaustauschern sehr gut abbilden können und wo wir einen klaren Vorteil vor dem Wettbewerbern haben. Aktuell sind wir dabei, die Eigenschaften unserer Kügelchen an das neue Medium anzupassen. Auch wenn hier noch viel Arbeit auf uns zukommen wird, werden wir dank der engen Zusammenarbeit zwischen Labor und Produktion – über alle Standorte hinweg – sicherlich schnell erste Erfolge verzeichnen.

Noch viel Potenzial
Für mich persönlich ist es jedes Mal beeindruckend zu sehen, wie eine eigene Idee den Weg von ersten Versuchen im Reagenzglas bis hin zur ersten Test-Charge in der Anlage geht. Ich habe daher großes Glück, genau jetzt zu LANXESS gekommen zu sein, wo das Unternehmen seine Aktivitäten bei Neuentwicklungen und Innovation intensivieren will. Wir bei IAB wollen bei diesen Themen ganz klar zu den Vorreitern gehören. Auch nach 80 Jahren Erfahrung aus Bitterfeld in der Produktion von Ionenaustauscherharzen gibt es noch viel Potenzial, das wir gemeinsam heben können.“