Damit sich nichts entzündet!
Auf
chemischen Reaktionen basiert das Geschäft von LANXESS – sie sollten
nur nicht in Explosionen enden. Dieses Risiko zu minimieren, gehört zu
den Aufgaben
von PTSE. In einer Arbeitsgruppe unter der Leitung von
Sandra Kirsch und Nils Abel rückt die Group Function jetzt den
Explosionsschutz in den Fokus.
Frau
Kirsch, Herr Abel, gab es in letzter Zeit konkrete Gründe, also
vermehrt kritische Vorfälle, die zur Gründung der Arbeitsgruppe
Explosionsschutz geführt haben?
Nils Abel:
Nein, das war nicht der Anlass. Wir wollen uns in allen Bereichen der
Anlagensicherheit ständig verbessern – dazu gehört eben auch der
Explosionsschutz. Gemeinsam mit Robert Feuerhake (Leiter Process &
Plant Safety, GF PTSE) haben wir festgestellt, dass innerhalb von
LANXESS
sehr viel Expertise zum Thema Explosionsschutz vorhanden ist, aber
diese Expertise über die Betriebe verteilt ist. Dieses Wissen zu bündeln
und für alle verfügbar zu machen, ist unser Ziel. Wir wollen bei Fragen
kompetente Ansprechpartner sein. Das war der Anlass für diese
Initiative.
Um welche Fragen aus den Betrieben handelt es sich?
Sandra Kirsch: Alle
deutschen Betriebe haben zum Beispiel ein Explosionsschutzkonzept. Das
brauchen sie auch, wenn sie alle sechs Jahre von einer Prüforganisation
wie zum Beispiel dem TÜV auf ihren Explosionsschutz hin untersucht
werden. Solche Konzepte müssen sehr viele gesetzliche Vorschriften und
Verordnungen erfüllen. Es werden auch bestimmte Anlagenteile in kürzeren
Abständen als sechs Jahre geprüft. Mit solch einem Konzept und seiner
Umsetzung geht viel kleinteilige Arbeit einher. Die ganze Anlage mit all
ihren potenziellen Gefahrenstellen wird in den Blick genommen.
Und wo können Sie bei dieser sehr speziellen Arbeit helfen?
Sandra Kirsch:
Zur Umsetzung eines solchen Konzepts gehört auch viel Expertenwissen.
Wir wissen, wie eine Explosion entsteht und wie sie vermeidbar ist. Und
natürlich sind auch die Gefährdungssituationen in vielen Betrieben
vergleichbar. Hier versuchen wir, den Kolleginnen und Kollegen Werkzeuge
an die Hand zu geben, mit denen sie leichter Berechnungen oder auch
Bewertungen durchführen können. Das sind Blaupausen. Ein Tool, das jetzt
zum Beispiel zur Verfügung steht, ist ein Tool zur Beurteilung von
nichtelektrischen Zündquellen.
Nils Abel: Als wir uns im
vergangenen Jahr zum zweiten Mal mit den Experten aus den Betrieben
getroffen haben, haben sich kleine Teams gebildet. Sie suchen nun nach
effizienten Lösungen für spezifische regulatorische und technische
Anforderungen. Uns ist es wichtig, intelligente Lösungen zu finden, die
möglichst viele Betriebe einfach nutzen können.
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Finden solche Treffen jetzt regelmäßig statt?
Nils Abel:
Ja, zweimal im Jahr. Dabei tauschen sich die Expertinnen und Experten
aus, lernen sich kennen und vernetzen sich. Wir waren selbst überrascht,
wie gut diese Initiative angenommen wird. Gleichzeitig erfahren wir bei
diesen Treffen, wo in den Betrieben der Schuh drückt, wo also der
größte Unterstützungsbedarf besteht, und können darauf reagieren. Das
war etwa der Fall bei der Altgeräte-Bewertung oder bei der Erstellung
von Instandhaltungskonzepten als Ersatz für eine Prüfung.
Betrifft die Initiative nur Betriebe in Deutschland?
Nils Abel:
Wir beginnen hier in Deutschland. Innerhalb der EU gelten die gleichen
Regeln, auch wenn sie länderspezifisch noch einmal etwas anders
umgesetzt werden. Solche lokalen Arbeitsgruppen werden wir auf alle
unsere Werke ausdehnen. Schließlich wollen wir weltweit die gleichen
Sicherheitsstandards haben – auch beim Explosionsschutz.
Ist das überhaupt möglich? Ist die Rechtslage in den USA nicht ganz anders?
Sandra Kirsch: Ja,
das ist richtig, allerdings ist der physikalische Hintergrund einer
Explosion weltweit gleich. Vor allem gibt es Unterschiede im
Detaillierungsgrad der gesetzlichen Vorgaben. Während der deutsche
Gesetzgeber dieses Schutzziel durch eine Vielzahl von Regelungen und
Verordnungen vorgibt, ist der Detailgrad in den USA geringer. Aber
dieser etwas andere Ansatz ist für uns bei LANXESS eigentlich nicht so
entscheidend. Unser Ziel sind sichere Anlagen und die Vermeidung von
gefährlichen Ereignissen jeglicher Art. Deshalb setzen wir auf
Prävention, um Risiken zu minimieren. Und mit all der Expertise unserer
Mitarbeitenden in den Betrieben weltweit haben wir ein unglaubliches
Know-how, um die bestmögliche Präventionsarbeit zu leisten.