Vielseitig
Vielfalt führt zum Erfolg. Was HR-Experten predigen, trifft auf den VS-Betrieb von Saltigo in Leverkusen auf jeden Fall zu: In über 30 Kesseln, die multifunktional eingesetzt werden können, verarbeiten die rund 80 Mitarbeitenden mehr als 70 Einsatzstoffe zu fünf Produkten. Ab Herbst 2025 soll ein neues, sehr vielversprechendes hinzukommen: ein hochreiner Hilfsstoff für die Pharmaindustrie.
Der neue Kessel in der zweiten Etage des Leverkusener VS-Betriebs sticht auch Nicht-Chemikern direkt ins Auge. Die Zuleitungen sind glänzend neu. Eine schicke, schwarze Dämmummantelung schützt den Behälter, auf dessen Inhalt das gesamte Team große Hoffnung setzt: In den vergangenen Monaten wurde hier erfolgreich eine Pilotierung für eine neue Großproduktion abgeschlossen. Ab Herbst 2025
stellt der Betrieb einen hochreinen pharmazeutischen Hilfsstoff her, der einen neuen Markt mit immensem Potenzial eröffnet.
Komplexe Prozesse, höchste Qualität
„Wir sind sehr stolz auf dieses Projekt, das ein erfolgreiches Beispiel für die neue Non-Agro-Push-Strategie von Saltigo ist“, erläutert Arne Soicke, Prozessmanager Chemie. Rund zwei Jahre lang hat das Team aus Marketing, Labor, Technik und Prozessexperten an dem Projekt getüftelt – denn Medizinprodukte müssen höchsten Anforderungen entsprechen. Anfang Februar ging dann das erste Material zum Kunden. „Als das positive Feedback kam, war das für uns alle ein sehr wichtiger und sehr schöner Moment“, sagt Soicke. „Denn die Aufreinigung des Pharmaprodukts ist ein sehr komplexer Prozess. Es hat rund 20 Chargen benötigt, um die Vorgaben des Kunden genau zu treffen und stabil zu halten. Ohne den engen Betriebeverbund innerhalb der Saltigo wäre ein solcher Auftrag nicht abbildbar gewesen.“ Auch damit passt das Projekt hervorragend zur neuen Strategie von LANXESS: für den Kunden passgenaue Lösungen bieten, um ihn so langfristig an sich zu binden.
Auf der Suche nach dem Richtigen
Wie können wir unsere Auslastung maximieren und welches Produkt könnte in unsere Anlage passen? An diesen Fragen arbeitet das Team aus Chemie- und Prozessexperten aus dem Betrieb mit großem Engagement. „Im vergangenen Jahr ist ein Produkt eingestellt worden, das wir seit mehr als 25 Jahren produziert haben“, erläutert Arne Soicke weiter. „Solche Produktwechsel gehören zum Geschäft. Nun haben wir noch Kapazitäten frei.“ Die Anfragen, die das Team über das Saltigo-Marketing erreichen, sind grundsätzlich sehr komplex. „Da kommn uns auf jeden Fall der Betriebeverbund der Saltigo wie auch die Infrastruktur des Chemparks zugute“, so Soicke weiter. „Intern verfügen wir über mehr als 30 großvolumige Kessel, in denen wir das gesamte Spektrum chemischer Prozesse bei unterschiedlichsten Bedingungen abbilden können. Dazu gehört auch der sichere Umgang mit Gefahrstoffen.“
Die Komplexität ist zwar herausfordernd, aber auch genau das, was Soicke jeden Tag aufs Neue anspornt. Genau wie seinen Kollegen Lukas Kipshagen: „Im Gegensatz zu einem Voll-Konti-Betrieb fahren wir unsere Kessel batchweise. Jede Reaktion muss im Anschluss überprüft werden. Da wir eine so große Zahl von unterschiedlichen Produkten verarbeiten, lässt sich nicht jeder Schritt vollkommen automatisiert abbilden“, so der Prozessmanager Chemie. Daher ist die kontinuierliche Optimierung der Prozesse ein wichtiges Thema: „Wir konnten zum Beispiel die Taktzeit für ein Produkt von 23 auf 18 Stunden reduzieren und haben es so geschafft, die vom Kunden gewünschte Menge zu produzieren. Neben der Expertise der betreuenden Kollegen haben uns dabei digitale Tools wie SMAART unterstützt“, sagt Lukas Kipshagen. „Auch für andere Prozesse sehen wir hier noch Potenzial.“ Doch auch wenn digitale Tools wertvolle Hinweise geben können – die Lösung für ein Problem muss das Team selbst ausknobeln. Kipshagen: „Da kommt uns die gute Mischung aus jungen Ingenieuren und den vielen erfahrenen Kollegen im Betrieb zugute. Wir sind nach Produkten in Teams aufgestellt, so dass wir für jedes Thema auf den richtigen Experten zurückgreifen können.“
Offen für Neues sein und sich von Rückschlägen nicht entmutigen lassen – auch dank dieses Mindsets im Team sind sich Kipshagen und Soicke sicher, dass sich bald weitere Kandidaten für vakante Apparate finden werden. „Wir vertrauen hier fest auf unsere Expertise. Und sicherlich spielt uns auch das große Engagement von LANXESS im Bereich Nachhaltigkeit in die Karten. Denn das Thema wird für unsere Kunden immer wichtiger und hier können wir uns deutlich von der Konkurrenz abheben.“ Neben dem Pharmamarkt hat es auch erste Anfragen aus dem Food-
Bereich gegeben. Soicke: „Auch wenn die bislang noch nicht zu neuen Produkten geführt haben, sehen wir in diesem Feld großes Potenzial und bleiben auf jeden Fall am Ball!“
Auf einen Blick
- Der Vielstoffbetrieb gehört zur Plant 3 von Saltigo. Grundsteinlegung war im Jahr 1965.
- Neben über 30 Kesseln, 90 verschiedenen Aggregaten und 150 weiteren Behältern verfügt der Betrieb auch über mehrere Temperierkreisläufe sowie eine eigene Abluftreinigungsanlage.
- Der Betrieb stellt Produkte für die Agroindustrie, den Pharmamarkt sowie technische Produkte her. Die längsten Produktionen laufen bereits seit über 20 Jahren.