Auf die Straße gebracht

In den Bereichen Mobilität, Umwelt und Gesundheit gelangen dem Mannheimer Labor der Business Unit LAB zwei Coups.Laborleiter Thomas Klein berichtet:

„Uns war schon länger klar, dass wir für unser Schmierstoff-Additiv Additin™ RC 8103 einen neuen Rohstoff brauchten. Denn der bis dahin genutzte Rohstoff 2-Ethylhexansäure gilt als gesundheitsgefährdend (reprotoxisch), was für unser Additiv ungünstig war. Inzwischen ist es mir zusammen mit dem Team der Anwendungstechnik in Mannheim gelungen, diesen petrochemisch hergestellten Rohstoff durch eine in der Natur vorkommende Fettsäure zu ersetzen. Damit stellt die neue Produktvariante nicht nur keine Gefahr für die Gesundheit dar, sondern der Anteil von nachwachsendem Kohlenstoff wird auch bei der Variante mit der Ethylhexansäure von ca. 80 Prozent auf 90 Prozent gesteigert. Für uns ist das ein großer Erfolg.

Bekanntes Produkt neu genutzt
Seit langem beschäftige ich mich auch mit Additiven für Asphalt. Mit einem Produkt auf Basis von Schwefelträgern, wie wir sie in Mannheim herstellen, ist es uns gelungen, die Temperaturen bei der Verarbeitung von Asphalt im Straßenbau zu senken. Dadurch entstehen weniger gesundheitsgefährdende Dämpfe, und wir können die neuen Grenzwerte leichter einhalten. Ein sehr positiver Nebeneffekt ist, dass wir durch die niedrigeren Temperaturen auch den Energieverbrauch und den CO2-Ausstoß in den Asphaltmischwerken senken können. Ein weiterer positiver Klimabeitrag ist, dass unser Produkt inzwischen zu über 90 Prozent auf nachwachsendem Kohlenstoff basiert – das verschafft uns eine sehr gute Position im Wettbewerb. Diesen Erfolg in der Produktentwicklung verdanken wir unserer guten Teamarbeit hier in Mannheim und einigen sehr guten Beiträgen von Studentinnen und Studenten mehrerer Hochschulen, mit denen wir eng kooperieren.

Erste Praxistests
Wir konnten das Additiv bereits in die Pilotproduktliste der Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) aufnehmen lassen und haben es auch in der Praxis auf einer Asphaltmischanlage der Kurpfälzer Asphalt-Mischwerke (KAM) in Heidelberg getestet. Dort hat sich bestätigt, dass unser Produkt die Temperatur beim Verdichten von Asphalt sehr gut senkt. Jetzt testet unser Partner KAM unter anderem, welche Dosierung optimal ist, also wie wir mit möglichst wenig Additiv die maximale Wirkung erzielen. Unser Ziel ist es, unser LANXESS-Additiv noch in diesem Jahr in einem deutschen Straßenbauprojekt einzusetzen und damit seine Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen.

Das Thema Straßenbau und Temperaturabsenkung beim Asphalteinbau ist ein internationales. Deshalb soll unsere Anwendung unter der Leitung von Li Xing aus den USA auch global ausgerollt wer