„Wir Steuern unseren Strombedarf bald noch cleverer.“

Energieeffizienz ist für uns am Standort Bitterfeld ein wichtiges Thema. Gerade bei den aktuellen Energiepreisen schauen wir sehr genau hin: Wo können wir noch effizienter werden, wo Energie einsparen oder intelligenter einsetzen?

Ein aktuelles Beispiel ist unser neuer geplanter Batteriespeicher. Unsere Produktion läuft überwiegend in Batch-Prozessen. Je nach Auslastung und Produktionsprogramm kann unser Strombedarf deshalb stark schwanken. Der Speicher soll helfen, diese Schwankungen auszugleichen und unser Stromlastprofil zu glätten: Er nimmt Strom auf, wenn der Bedarf niedriger ist, und stellt ihn wieder zur Verfügung, wenn er steigt. Damit wollen wir die Voraussetzungen für die Rückerstattung von Netzentgelten sichern und rechnen mit einem finanziellen Effekt im mittleren sechsstelligen Bereich pro Jahr.

Neuer Industriemaßstab
Batteriespeicher kennt man inzwischen aus vielen privaten Haushalten. Für unseren industriellen Maßstab ist das bei LANXESS dagegen Neuland: Einen vergleichbaren Speicher gibt es bei uns bislang nicht. Umso spannender ist es für uns, mit diesem Projekt Erfahrungen zu sammeln und herauszufinden, welche Möglichkeiten sich daraus auch für andere Standorte ergeben könnten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Ausführung, die das gesamte Team vor Ort bewältigt hat, soll der Speicher noch in diesem Jahr in Betrieb gehen.

Parallel modernisieren wir unsere Kälteversorgung. Drei unserer Kältemaschinen sind inzwischen rund 30 Jahre alt. Die erste und ineffizienteste wollen wir im Anlagenstillstand im April 2027 ersetzen. Die neue Anlage verbraucht deutlich weniger Strom, ist wartungsärmer und arbeitet mit einem Kältemittel mit wesentlich geringerem Treibhauspotenzial. Allein damit wollen wir rund 1.100 Megawattstunden Strom pro Jahr einsparen. Für das Projekt haben wir zudem eine Bundesförderung erhalten. Gleichzeitig reduzieren wir damit Risiken für die Anlagenverfügbarkeit sowie Risiken durch mögliche Kältemittelaustritte. Zwei weitere Maschinen sollen schrittweise folgen.

Für mich zeigen beide Projekte sehr schön, dass Energieeffizienz viele Facetten hat. Beim Batteriespeicher geht es nicht darum, weniger Strom zu verbrauchen, sondern unseren Strombedarf intelligenter zu steuern und den Netzbezug zeitlich zu verschieben. Bei der neuen Kältemaschine sparen wir dagegen ganz konkret Energie ein. Beides hilft uns, den Standort effizienter und zukunftsfähiger aufzustellen.
Niklas Faulenbach, Ingenieur Automatisierung, Business Unit  LPT