MIT LASERBLICK AUF SCHWACHSTELLENJAGD
Was das bloße Auge übersieht, erkennt der Laser sofort: Mit einem neuen Laserscan-Service analysiert PTSE den Zustand ausgekleideter Apparate und Anlagen so präzise wie nie zuvor. Selbst Veränderungen im Millimeterbereich werden sichtbar. Das liefert wertvolle Erkenntnisse.
Feuerfeste Auskleidungen schützen Verbrennungsanlagen vor Temperaturen von bis zu 1.600 Grad Celsius. Doch Hitze, Temperaturwechsel sowie chemische und mechanische Belastungen hinterlassen Spuren. Bisher wird ihr Zustand bei Stillständen vor allem per Sichtkontrolle und mit einzelnen Messungen überprüft. Gerade bei großen Anlagen ist es jedoch schwierig, Veränderungen zuverlässig zu erfassen und Messungen über mehrere Jahre miteinander zu vergleichen. „Das große Problem bei manuellen Messungen ist: Ich muss im nächsten Jahr genau denselben Punkt wiederfinden. Und das ist in einer großen Anlage kaum möglich“, erklärt Lukas Oppenländer, Projekt-Ingenieur aus der GF PTSE. Genau hier setzt das neue Verfahren an.
Dem Verschleiss auf der Spur
Bei einem Anlagenstillstand erfasst ein Laserscanner die komplette Oberfläche im Inneren. Daraus entsteht eine dreidimensionale Punktwolke. Wird die Anlage bei einem späteren Stillstand erneut gescannt, lassen sich beide Aufnahmen übereinanderlegen und direkt vergleichen. Veränderungen werden farblich sichtbar (siehe Bild) und können im Millimeterbereich ausgewertet werden. Der Vorteil: „Wir können damit nicht mehr nur einzelne Punkte betrachten, sondern die Entwicklung der gesamten Oberfläche über mehrere Jahre verfolgen“, sagt Oppenländer. So lasse sich genauer erkennen, wo Verschleiß entsteht, wie schnell er voranschreitet und wann Handlungsbedarf besteht.
Früh erkennen statt Reparieren
Wie groß der Erkenntnisgewinn sein kann, zeigt das Beispiel einer ausgemauerten Brennkammer: Dort machte der Vergleich mit dem Vorjahr eine Absenkung der Decke um rund 15 Millimeter sichtbar. Mit bloßem Auge war sie nicht zu erkennen. Auch Ablagerungen lassen sich erfassen. In einer Anlage wurde beispielsweise sichtbar, wie sich eine Schlackeschicht auf der Ausmauerung verteilt. Die Auswertung machte sogar Strömungsmuster sichtbar, die bei einer herkömmlichen Inspektion verborgen geblieben wären. Zum Einsatz kommt das Verfahren bereits an verschiedenen LANXESS-Standorten, unter anderem bei Saltigo in Leverkusen und in der Adipinsäure-Produktion in Krefeld-Uerdingen. Auch säurefest ausgekleidete Behälter und Apparate hat PTSE damit bereits untersucht. Entscheidend ist dabei nicht die einzelne Messung, sondern der Vergleich über die Zeit. Oppenländer sagt: „Je länger wir die Daten sammeln, desto besser können wir Veränderungen bewerten und Instandhaltungsmaßnahmen gezielt planen. Das schafft mehr Planungssicherheit und kann helfen, ungeplante Reparaturen und Stillstände zu vermeiden.“