50-jähriges Dienstjubiläum:
„Vieles war immer wieder neu“
Jürgen Weingarten fing als Schlosser bei Bayer an und geht nun als strategischer Einkäufer für Energie, GF GPL, in den Ruhestand. Ein Rückblick.
Am 1. September 1976 begann Jürgen Weingarten in den Zentralwerkstätten von Bayer in Leverkusen seine Ausbildung zum Schlosser. Jetzt ist Ende September 2026 für Jürgen Weingarten Schluss – nach 50 Jahren bei Bayer und LANXESS. „Es war ein erfülltes Arbeitsleben, geprägt von immer neuen Aufgaben und Neuanfängen“, sagt er rückblickend. Natürlich hätten auch seine Kolleginnen und Kollegen Anteil daran gehabt, dass er tagtäglich gerne zur Arbeit ging.
Der Ruhestand ist für ihn noch eine ungewohnte Vorstellung. „Ich weiß, dass ich noch mit einem Auge und Ohr bei LANXESS sein werde. Ich hoffe, der Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen bricht nicht ganz ab.“
Arbeit war für Weingarten immer mehr als Broterwerb. Das zeigt auch sein beruflicher Weg. Vom Schlosser arbeitete er sich bis ins Konstruktionsbüro hoch. Dort wurde ihm klar: Ich will mehr. Vier Jahre lang drückte er zusätzlich die Schulbank – jeden Montag, Dienstag und Mittwoch von 18 bis 21 Uhr. Am Ende schloss er die Abendschule als staatlich geprüfter Maschinenbautechniker ab.
Weiterbildung bringt alle weiter
„Natürlich war das anstrengend. Aber meine Vorgesetzten haben mich immer unterstützt“, erinnert er sich. „Ich konnte die abstrakten Lerninhalte direkt im Konstruktionsbüro umsetzen. Mein Wunsch nach Weiterbildung wurde positiv aufgenommen. Meine älteren Kollegen sagten: Am Ende nützt es uns allen, wenn du mehr weißt.“
Seine beruflichen Stationen führten ihn von der Ingenieurtechnik im Bereich Farben über das Investitions- und Instandhaltungscontrolling bis in den Energiebereich. Anfang der 1990er-Jahre gab es viel zu tun: Gebäude mussten saniert oder abgerissen werden. Später analysierte Weingarten die Energieverbräuche der Betriebe und verglich sie mit den Berechnungen von Currenta. Diesem Themenfeld blieb er treu. Heute arbeitet er als strategischer Einkäufer für Energie in der Group Function GPL.
Einsatz fürs Unternehmen lohnt sich
„Ich habe mich immer privilegiert gefühlt“, sagt er. „Ich wusste es zu schätzen, dass ich einen interessamtem Job hatte. Deshalb hatte ich auch das Gefühl, dem Unternehmen etwas zurückgeben zu müssen.“ Was sich für manch jungen Menschen vielleicht altmodisch anhört, ist für ihn aktueller denn je: „Geht es dem Unternehmen gut, profitieren wir alle davon. Dieses Denken war zu Beginn meiner Karriere bei Bayer sehr stark ausgeprägt. Ich denke, wir bei LANXESS sind auf einem guten Weg, das wieder stärker in den Vordergrund zu stellen.“
Zu diesem Gemeinschaftsgefühl habe auch sein Team beigetragen. Sein Chef Holger Hüppeler habe stets dafür gesorgt, dass alle füreinander da seien und sich gegenseitig unterstützten. „Da hat es sicher geholfen, dass wir jedes Jahr gemeinsam einen kurzen Skiurlaub gemacht haben. Das stärkt einfach den Teamgeist.“
Aktuell verbringt Weingarten seinen Urlaub in Südtirol. Und was ist mit dem EVL-HalbMarathon? Schließlich hat er mehrfach am Halbmarathon und in den vergangenen Jahren am 10-Kilometer-Lauf teilgenommen. „Ja, vielleicht starte ich da auch mal wieder durch“, sagt er und lacht. Festlegen will er sich aber nicht mehr – das ist schließlich das Privileg des Ruhestands: keine Verpflichtungen.