Drei Fragen an Stefanie Gschwandner, Leiterin Marketing Biosecurity Solutions, BU MPP: 


Zwischen Stall und Statostik

 

Die Vogelgrippe sorgt derzeit weltweit für Schlagzeilen: In Deutschland mussten seit Oktober über eine Million Tiere gekeult werden, in den USA breitet sich das Virus sogar auf Milchkühe aus. Was bedeutet das für den Verkauf unserer Desinfektionsmittel in der Tierhaltung? Stefanie Gschwandner klärt auf.

Frau Gschwandner, in vielen Regionen machen Landwirte gerade harte Zeiten durch. Ist das für unser Geschäft ein nachhaltiger Treiber?
Stefanie Gschwandner: Anders als man vielleicht denkt: eher nicht. Massive Ausbrüche wie derzeit in Deutschland sind für unser Geschäft mittelfristig eher nachteilig. Bauern müssen Tiere notschlachten, Ställe stehen leer – Desinfektionszyklen entfallen, und mit sinkenden Einnahmen wächst der Preisdruck. Höhere Nachfrage sehen wir, solange es eine latente Bedrohungssituation ausschließlich durch Wildtiere gibt: Die Tierhaltung läuft weiter, Landwirte sind wachsam und investieren konsequent in Biosicherheit – und wir haben gute Verkaufsargumente.

Wie behalten Sie denn den Überblick über Viren, Wellen und Varianten?
Innerhalb unseres Technischen Marketings arbeitet ein globales Team von Tierärztinnen und Tierärzten, die Krankheitswellen bei Nutztieren weltweit beobachten und bewerten. Sie analysieren, wo Ausbrüche auftreten und wie sich Viren verbreiten. Auf dieser Basis passen wir unsere Lagerbestände regional an – etwa haben wir in den USA im Sommer gezielt Vorräte aufgebaut, um bei einem Peak sofort liefern zu können. Schnelligkeit ist entscheidend: Wer nicht verfügbar ist, verliert Kunden. Deshalb halten wir auch eine breite Produktpalette bereit – von Premiumlösungen wie Virkon S® oder TH4® bis hin zu Eigenmarken. So bleiben wir in allen Marktphasen wettbewerbsfähig, ohne unsere Premiummarken preislich zu schwächen.

Viele Desinfektionsmittel versprechen Schutz – warum setzen Landwirte auf LANXESS?
Weil sie zuverlässig gegen alle relevanten Virusvarianten wirken. Ein großer Vorteil ist auch die extrem kurze Wirkzeit: Schon wenige Sekunden genügen, etwa beim Desinfizieren von Schuhen. Neben Produktqualität setzen wir auf Kommunikation: Über unsere App informieren wir Landwirte frühzeitig über aktuelle Entwicklungen und geben praxisnahe Tipps – etwa zur richtigen Anwendung bei niedrigen Temperaturen. So bleiben wir sichtbar, auch wenn keine Krise ist – und bauen dauerhaft Vertrauen auf.

Was können wir tun, um Tierkrankheiten vorzubeugen?
Schon kleine Dinge helfen: Müll an Raststätten richtig entsorgen, keine Wild- oder Nutztiere füttern oder berühren – so lassen sich Übertragungswege vermeiden. Auch Vogelhäuschen sollten regelmäßig gereinigt werden, damit sich keine Erreger ansammeln. Biosecurity beginnt im Kleinen – und betrifft letztlich uns alle.