Silos verenetzen – Märkte erobern
Unsere
Marketing- und Sales-Kolleginnen und -kollegen weltweit erleben in der
ComEx-Academy einen Wissensbooster. Bereits nach der ersten Einheit in
der Region Americas zeigt sich: Die BU-übergreifenden Arbeitsteams
sprudeln nur so vor Energie und Tatendrang, entwickeln für die Kunden
neue Lösungen. Einige Projekte werden bereits umgesetzt.
Im
Heimatland von LANXESS neigt sich das dritte Rezessionsjahr dem Ende
zu, und die Aussichten sind nicht rosig. „Wir leben in einer volatilen
Welt. Wir müssen das akzeptieren und uns anpassen“, sagt CEO Matthias
Zachert. „Jetzt ist mutiges Handeln gefragt“, fügt er hinzu. Dafür haben
wir seiner Meinung nach die richtigen Werkzeuge in den eigenen Händen:
Wir wissen, was zu tun ist. Zachert hebt dabei drei Kernpunkte hervor:
die volle Konzentration auf den Kunden, das Vorantreiben wirtschaftlich
vielversprechender Innovationen und die Umsetzung der ersten
Erkenntnisse und Maßnahmen des Excellence-Programms. All das sind
Aufgaben, die nur gelingen, wenn wir sie gemeinsam angehen: „Überwinden
Sie BU- und GF-Grenzen! Im Fokus steht nicht der Mikrokosmos des eigenen
Bereichs, sondern das Vorankommen des gesamten Konzerns. ONE LANXESS
gehört die Zukunft.“
Ganz in diesem Sinne
hat sich die Commercial-Excellence-Initiative auf die Kundinnen und
Kunden fokussiert und die Academy ins Leben gerufen. In den USA haben
bereits rund 90 Marketing- und Vertriebsleiter aus der Region Americas
an ihr teilgenommen. Die Reaktionen waren begeistert. „Es war keine
Schulung, es war vielmehr eine ‚Transformation‘“, schwärmte eine
Teilnehmerin. Ein anderer sah darin einen Aufbruch hin zu einem ganz
neuen Mindset.
Herausragendes Projekt
So hört es sich
auch an, wenn der regionale Vertriebsleiter Jefferson Goncalves, BU
PLA, von seinem Wachstumsprojekt be- richtet. Er hat es in seinem
BU-übergreifenden Team innerhalb der Academy-Schulung vorgestellt.
Bislang verkauft die BU PLA den Weichmacher Adimoll® nur an die
Industrie. „Doch mir war schon länger klar, dass er auch sehr gut in den
Verbrauchermarkt passen würde. Er könnte in Sonnenschutzmitteln,
Hautpflegeprodukten, dekorativer Kosmetik, Nagellacken sowie Haar- und
Körperpflegeprodukten Verwendung finden.“ Allerdings mangelt es in
diesem Markt eigentlich nicht an Weichmachern. Goncalves betont jedoch
den Nachhaltigkeitsaspekt ihres Weichmachers: „Er weist eine sehr gute
Bioverträglichkeit und Löslichkeit auf, unser Molekül kann Silikone
ersetzen, ist leicht biologisch abbaubar und sogar noch REACH-konform.“
Mit einem leicht umzusetzenden Aufreinigungsprozess würden alle
Standards der Kosmetik- und Pharmaindustrie erreicht.
Tolles Produkt – neue Chemie
Das
ganze PLA-Team trug dieses Wissen schon rund zwei Jahre lang mit sich
herum. Das Problem war jedoch, dass die PLA-Vertriebsleute und
-Distributoren auf die Industrie und nicht auf den Verbrauchermarkt
spezialisiert waren. Sein
ComEx-Academy-Teammitglied Kent McDaniel,
Head of Sales Intermediates, BU F&F, erkannte sofort das Potenzial.
„Das ist ein tolles Produkt mit einer Chemie, die genau in unser
Portfolio passt. Wir haben Kontakte in den Verbrauchermarkt und waren
direkt begeistert.“ Das Team plant jetzt die nächsten Schritte.
Genaue Marktanalyse
Bislang
haben sie die Märkte genau analysiert und mit Distributoren sowie
Kunden gesprochen. „In all diesen Gesprächen gleichen wir unsere zuvor
getroffenen Einschätzungen ab“, sagt Kent McDaniel. So planen die
Business Units (BUs), Adimoll® in Brasilien auf den Markt zu bringen.
„Dort wird stark mit diesem Weichmacher, Di-Butyladipat, gearbeitet. Das
würde unsere Einführung erleichtern. Auch Mexiko entspricht diesen
Kriterien.“ In den USA läge hingegen ein sehr reifer Markt vor.
Vielleicht gäbe es ein Interesse, aber sie sehen nur wenige neue
Markteinführungen. Die Umstellung wäre für die Industrie dort größer.
„Wir müssen hier noch mehr recherchieren, ob eine entsprechende
Bereitschaft besteht und ob die Verbraucher silikonfreie Weichmacher
bevorzugen und mehr Wert auf Nachhaltigkeit legen.“ Klar ist, dass die
USA aufgrund ihres Marktpotenzials auch im Fokus stehen. Es gibt bereits
eine gute Nachricht: Für die USA und somit für die FDA ist lediglich
eine interne Konformitätsvalidierung erforderlich. Auch ein Distributor,
der das Produkt aufnehmen würde und über gute Kontakte zu den
entsprechenden Kunden verfügt, ist bereits gefunden. „US Chemicals ist
ein mittelgroßer Distributor, dadurch aber sehr agil und flexibel“,
erzählt Kent McDaniel.
Das Team geht das Projekt begeistert an.
Auch Europa und Asien haben sie im Blick. „In Europa beziehungsweise in
Deutschland arbeiten wir mit Beiersdorf zusammen. Wenn sie die Zulassung
einreichen und wir sie so erhalten, wäre das natürlich perfekt“, sagt
Goncalves.
Andere BUs ziehen nach
Das
gemischte Team sieht in der gemeinsamen Arbeit große Zukunftschancen.
Allerdings kam nach Goncalves' Vorstoß heraus, dass LAB etwa 20 Produkte
hat, die sich für den Verbrauchermarkt eignen könnten. „Neun davon
können direkt auf den Markt gebracht werden“, erzählt Goncalves. Einige
der Produkte gehen in die Flugzeugindustrie. „Dort sind die
Anforderungen extrem hoch. Deshalb ist der Übergang in den
Verbrauchermarkt relativ einfach“, erläutert Goncalves. Er selbst habe
lachen müssen, als er mit dem einen Produkt pitchte, während LAB am Ende
so viele Produkte in der Pipeline hat. Aber Goncalves war der Pionier,
er hat den Stein ins Rollen gebracht. „Ohne ihn hätten wir das nicht
gemacht“, sagt McDaniel. „Wir hatten in unseren Teams und beim Coaching
das Gefühl, dass dies für uns ein echter Durchbruch war. Die
BU-übergreifende Zusammenarbeit eröffnet uns so viele neue
Geschäftsideen. Das Wissen, das wir nun teilen, hilft uns ja auch in
ganz anderen Belangen. Es war wirklich ein sehr motivierendes Erlebnis.
Hintergrund-Informationen
Widrigkeiten nutzen
Paul
G. Stoltz hat aus vielen Studien heraus ein Konzept entwickelt, wie wir
erfolgreich Widerstände überwinden und an ihnen wachsen.
Seit
40 Jahren widmet er sich aus Leidenschaft der Frage, warum die einen
Menschen an den Herausforderungen ihres Lebens wachsen, andere
irgendwann aufgeben und wieder andere bereits bei den geringsten
Herausforderungen sofort kapitulieren. Er hat hunderte Studien zum Thema
„Adversity“ (Widrigkeiten) an renommierten Universitäten erhoben und am
Ende ein Konzept erstellt, wie jeder von uns seine Fähigkeit, an den
Widrigkeiten des Lebens zu wachsen, erhöhen kann. „Diese Fähigkeit nur
um 15 Prozent zu steigern, hat entscheidenden Einfluss auf den Erfolg
eines ganzen Unternehmens“, sagte Stoltz in seinem Coaching vor rund 30
Marketing- und Vertriebskollegen in Köln.
Wer sein Konzept konsequent verfolgt, entwickelt die dafür entscheidenden Eigenschaften, die Stoltz im Kunstwort „GRIT“ zusammenfasst. Die einzelnen Buchstaben stehen dabei für „Growth“ (Wachstum), „Resilience“ (Belastbarkeit), „Instinct“ (Instinkt) und „Tenacity“ (Beharrlichkeit). Damit lassen sich nicht nur Widrigkeiten überwinden, sondern man kann sogar Kapital aus ihnen schlagen.
Stoltz nimmt sein Publikum an die Hand und zeigt ihm, wie es ganz konkret in schwierigen Situationen vorgehen soll. Mit den CORE-Fragen kann eine Situation analysiert und somit beherrschbar gemacht werden:
Control: Welche Fakten der Situation können wir potenziell beeinflussen?
Ownership: Wo und wie können wir vorgehen, um die schnellstmögliche Wirkung zu erzielen?
Reach: Was können wir tun, um die potenziellen Nachteile zu minimieren und die Vorteile zu maximieren?
Endurance: Wie können wir das Ganze so schnell wie möglich hinter uns lassen?
Stoltz
hat auch spezielle Werkzeuge für Führungskräfte entwickelt. Gerade in
wirtschaftlich sehr herausfordernden Situationen helfen diese LEAD-Fragen
dem Teamleiter, sein Team von der Untätigkeit zum Handeln zu bewegen.
Zunächst erarbeitet er gemeinsam mit dem Team die Faktenlage. Allein das
schafft Klarheit. Der klare Blick mithilfe der Fragen führt dazu, dass
neue Wachstumsfelder entdeckt werden – und zwar solche, die sich genau
aus dieser spezifischen Situation ergeben. So entstehen ungeahnte
Chancen, die zu größerem wirtschaftlichem Erfolg führen können, als er
vor der Situation denkbar war.
Wissensbooster ComEx-Academy
Die
Academy startet mit E-Learnings für die Marketing- und Sales-Teams.
Auf sie folgt ein zweitägiges Live-Seminar. Hier wird das erlernte
Wissen nicht nur vertieft, sondern es wird auch durch die Coachings von
Paul Stoltz flankiert (siehe Infobox). Er gibt den Kolleginnen und
Kollegen das mentale Rüstzeug, um gerade in der schwierigen
wirtschaftlichen Situation Chancen und Möglichkeiten für LANXESS zu
entdecken. In diesen zwei Tagen entwickeln die Teilnehmenden in
BU-übergreifenden Teams selbst intrinsisch motivierte Wachstumsprojekte
aus vier Kernbereichen. Richtig spannend sind die dann folgenden 90
Tage: Da verfolgen die Teams ihre Projekte weiter, wenden ihr neu
gewonnenes Wissen an und erhalten regelmäßig Unterstützung durch
Business-
Coaches. Am Ende präsentieren sie ihre Projekte dem Operational Committee, das über den weiteren Verlauf entscheidet.
Einige
dieser Wachstumsprojekte, die in den USA verfolgt wurden, haben sich
bereits jetzt als wegweisend für LANXESS herausgestellt. So sagt etwa
Rob Castaneda, Marketing Manager BU MPP aus Pittsburgh: „Durch die
Academy haben sich für uns neue Chancen ergeben. Wir wissen heute, wie
wir mit den Kolleginnen und Kollegen von PLA unsere gemeinsamen Kunden
effizienter und für alle Seiten gewinnbringender beraten können. Wir
hatten auch ein Treffen mit einem unserer gemeinsamen Kunden. Diese
BU-übergreifende Zusammenarbeit wird LANXESS als Ganzes auf eine neue
Stufe heben.“
Ideenflut
Aus diesen BU-übergreifenden
Teams der Region Americas haben sich so viele neue Projekte ergeben,
dass sie auf 150 eng beschriebenen Seiten Platz finden. So zeigte sich
zum Beispiel, dass es Industriesegmente gibt, die von mehreren BUs
bedient werden. Was bisher jedoch fehlte, war ein kundenorientierter
Ansatz unter dem Motto „One LANXESS“. Ein aus der Academy
hervorgegangenes Projekt zielt etwa auf das Energiesegment (Öl- und
Gasindustrie) im nordamerikanischen Markt ab. In diesem Bereich kommen
Bohr- und Komplettierungsanwendungen sowie Schmierstoffe der
verschiedenen BUs zum Einsatz. Im Projekt konzentrieren sich die
Teilnehmenden auf den Wissenstransfer zwischen den Geschäftsbereichen
MPP, PLA, LAB und AII, um Wachstumschancen zu erschließen.
Für
diesen Wissenstransfer tauschen die BUs Informationen darüber aus, wer
ihre wichtigsten Kunden sind, und definieren gemeinsame Zielkunden.
Welche Kundenbedürfnisse gibt es? Und welches geschäfts- oder
bereichsübergreifende Produktportfolio kann LANXESS den Kunden im
Energiesegment anbieten? Am Ende sollte jede Vertriebskollegin und jeder
Vertriebskollege wissen, was die anderen BUs anbieten und machen.
„Solch praktische Anwendungsfälle lassen das Erlernte in Fleisch und
Blut übergehen“, sagt Rolf Haselhorst, der das Projekt ComEx-Academy
betreut. Dazu gehören der Umgang mit den Tools und die Zusammenarbeit
mit den Kolleginnen und Kollegen der anderen BUs, aber auch das
Trainieren einer neuen Mindset-Haltung.
Neugierig geworden?
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einen Platz per Mail. Bewerber werden gemeinsam von ComEx und den BUs
nominiert:
ComEx-Academy@lanxess.com