Durchstarten!

Das neue Ausbildungsjahr hat begonnen – und mit ihm 156 junge Menschen, die ganz unterschiedliche Lebenswege, Erfahrungen und persönliche Erwartungen mit in unser Unternehmen einbringen. Drei von ihnen haben wir getroffen – und mit Ausbildungsleiter Andre Hoderlein (GF HR) über Wandel, Verantwortung und Chancen gesprochen.

Herr Hoderlein, 156 neue Azubis hat LANXESS in diesem Jahr eingestellt. Wir halten also auch in Krisenzeiten am Thema Ausbildung fest? 
Hoderlein: Ja, und das ist aus meiner Sicht ein deutliches Signal. Auch wenn die Gesamtzahl in den vergangenen Jahren etwas gesunken ist, gehören wir mit rund 600 aktiven Auszubildenden weiterhin zu den größten Ausbildern in der Region. Das macht mich stolz. Denn Ausbildung ist nicht nur ein Invest in die Zukunft – sie ist auch ein Ausdruck von Verantwortung.

Stichwort Fachkräftemangel. Wie schwer ist es, alle Stellen mit geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten zu besetzen? 
Wir bekommen im Schnitt rund 6.000 Bewerbungen pro Jahr – das zeigt, dass wir für junge Menschen ein attraktiver Arbeitgeber sind. Die Verteilung nach Berufsbildern ist allerdings sehr unterschiedlich. Für Berufe wie den Chemielaboranten finden wir schnell passende Bewerberinnen und Bewerber. In technischen Bereichen wie der Automatisierungstechnik oder der Industriemechanik rekrutieren wir mittlerweile ganzjährig. Deshalb sind wir im engen Austausch mit Schulen und bieten beispielsweise freiwillige Praktika in unseren PTSE-Werkstätten an, um frühzeitig Interesse zu wecken.

Sie selbst haben vor mehr als 30 Jahren Ihre Karriere als Azubi bei LANXESS begonnen. Was hat sich über die Jahre verändert? 
Früher war der klassische Schulabgänger gefragt – heute sind wir offen für Quereinsteiger, Umschüler und Menschen mit Brüchen im Lebenslauf. Das ist gut so – fordert von uns aber auch viel mehr Flexibilität und einen individuelleren Blick. Wir müssen uns Bewerbungen viel intensiver anschauen und bei interessanten Kandidaten überlegen, wie wir sie in unser Unternehmen einbinden können – auch mal fernab der klassischen Wege. Ein gutes Beispiel ist unser Umschulungsprogramm zur Produktionsfachkraft Chemie, das wir intern aufgesetzt haben und auch komplett mit eigenen Kapazitäten umsetzen. Damit geben wir Menschen ohne Berufsabschluss – die zuvor oft über Leiharbeit bei uns tätig gewesen sind – die Chance, innerhalb von zwei Jahren einen IHK-Abschluss zu erwerben. Das schafft Perspektiven und stärkt die Bindung ans Unternehmen. 

Was zeichnet die Ausbildung bei LANXESS besonders aus? 

Wir sind nah dran an den jungen Menschen. Das beginnt schon im Bewerbungsprozess, den wir zügig und verbindlich gestalten. Bereits einige Zeit vor dem Ausbildungsbeginn nehmen wir Kontakt auf, verschicken Newsletter und laden zu unserer offiziellen Begrüßungsveranstaltung ein. Unsere betrieblichen Ausbilder sind dabei zentrale Schlüsselpersonen. Wir haben ein starkes Netzwerk aufgebaut, um sie mit Informationen zu versorgen und zu unterstützen. Die Bereiche sollen sich gut präsentieren – denn sie sichern durch erfolgreiche Übernahmen ihren eigenen Nachwuchs. Dass unser Konzept funktioniert, zeigt die niedrige Abspringer- und Abbrecherquote. Darauf können wir als Ausbildungs-Team stolz sein!