Knackig ins Regal
Schimmel macht Landwirten zu schaffen – ein nachhaltiges Fungizid der BU F&F unterstützt sie nun im Kampf dagegen. 

Seit 2020 hat die Business Unit F&F die Landwirtschaft für sich entdeckt. Gemeinsam mit einem Partner wollen sie erstmals eine Zulassung für ein Fungizid gemäß der EU-Verordnung erhalten. „Unser Partner bringt das Know-how im landwirtschaftlichen Bereich mit, wir das im Bereich der Benzoesäure und der Formulierungsentwicklung“, sagt Senior-Projektleiterin Doris Pfeiffer. Das Produkt auf Basis von Benzoesäure als Wirkstoff ist überzeugend – die Säure wird seit Jahrzehnten in der Kosmetik- und Nahrungsmittelindustrie eingesetzt und steht deshalb in den USA auf der GRAS-Liste („Generally recognized as safe“). „Doch die Zulassung in der EU ist aufgrund der Vorschriften und Regularien eine Herausforderung“, so Pfeiffer. „Daher haben wir zunächst nur die Zulassung für Äpfel, Birnen, Tomaten und Zierpflanzen in Gewächshäusern in den Niederlanden, Griechenland, Italien und Spanien beantragt“, so Andre Grossmann, Head of Innovation and Business Development BU F&F. Selbst mit dieser Einschränkung sei der Umfang der verlangten Studien enorm.

Organisches Lösungsmittel ersetzen
In der Zwischenzeit erhielt Grossmanns Team Rückmeldungen von seinen Partnern und aus den diversen Feldstudien. Das Fazit lautet: Das Mittel könnte deutlich  verbessert werden, wenn das organische Lösungsmittel ersetzt würde. „Die zündende Idee kam uns in einem Meeting mit dem Kooperationspartner. Wir wollten es mit unserer Benzoesäure in Wasser probieren“, erinnert sich Torsten Groth, externer Consultant. Dieser Ansatz wurde an Amber Yarnell übergeben, Leiterin des Forschungslabors in Kalama, BU F&F. Nach eineinhalb Jahren erfolgreicher Forschung ist das optimierte Produkt Styraxo® 3.0 nun verfügbar: ein nachhaltiges und wirksames Fungizid auf Basis biologisch abbaubarer, naturidentischer Benzoesäure. Die neue Formulierung wurde direkt zum Patent angemeldet. 

Verbesserte Lösung für Landwirte
Aufgrund der guten Daten zur biologischen Abbaubarkeit erwarten Pfeiffer und Grossmann, dass Styraxo® 3.0 bis wenige Tage vor der Ernte eingesetzt werden kann. Normalerweise dürfen Fungizide letztmalig 30 Tage vor der Ernte auf die Frucht. „Das ist für die Landwirte oft ein Problem, da viele Früchte kurz vor und nach der Ernte besonders empfindlich sind“, sagt Grossmann. Mit Styraxo® 3.0 stünde ihnen eine verbesserte Lösung für diese Situation zur Verfügung.

Für Styraxo® 3.0 werden derzeit in mehreren Ländern mit unterschiedlichen Klimazonen Zulassungen vorbereitet. Da jedes Land eigene Vorschriften hat, benötigt F&F jeweils einen geeigneten Registrierungspartner, um schneller durch den Regulierungsdschungel ans Ziel zu gelangen. So muss etwa die Effizienz des Mittels in dem jeweiligen Land in zwei bis vier Saisons an den Zielpflanzen nachgewiesen werden. Diese Feldstudien und auch die Erstellung der jeweiligen Dossiers sind zeitaufwändig und teuer. „Mit der finanziellen Unterstützung durch LIFE bis 2028 kommen wir nun viel schneller ans Ziel“, ist Grossmann überzeugt. 

Das Innovation-Excellence-Komitee begründete seine Entscheidung wie folgt: „Mit Styraxo® 3.0 setzt LANXESS neue Maßstäbe im Bereich der nachhaltigen Pflanzenbehandlung. Es ist ein starkes Signal für Innovation und Verantwortung.“