Nachhaltiger Kabelsalat
Ein biologisch unbedenklicher Weichmacher: Damit überzeugte die BU PLA die LIFE-Jury
Der
Ruf nach nachhaltigen und unbedenklichen Weichmachern ist groß.
Schließlich bestehen 40 bis 50 Prozent vieler PVC-Produkte aus ihnen.
Auch wenn das Thema Nachhaltigkeit in wirtschaftlich schwierigen Zeiten
in den Hintergrund rückt, ist Jan-Gerd Hansel, Leiter der Abteilung
Forschung und Entwicklung der Business Unit Polymer Additives,
überzeugt, dass es wieder an Bedeutung gewinnen wird: „Und dann sind wir
bereit.“
Die Business Unit forscht nach einem solchen
Weichmacher für PVC-Anwendungen. Der Fokus liegt zunächst auf der Draht-
und Kabelindustrie. „Wir können bei unserer Forschung auf Erkenntnisse
zurückgreifen, die wir schon vor Jahren gewonnen haben“, sagt Hansel.
Im
neuen Projekt wird besonders auf die Auswahl geeigneter Rohstoffe
geachtet. Dazu untersucht das Team aktuell verschiedene
Synthesebausteine, die aus nachwachsenden Quellen stammen oder sich
CO₂-neutral produzieren lassen. Die Zusammenarbeit mit anderen Business
Units spielt dabei eine entscheidende Rolle. Das Ziel besteht darin, die
passenden nachhaltigen Rohstoffe wettbewerbsfähig zu beschaffen. „Das
ist ein entscheidender Aspekt“, sagt Hansel. Der Kostendruck unter den
PVC-Herstellern ist enorm: China flutet Europa mit günstigen Produkten,
sodass auch ein umweltfreundlicher Weichmacher bestimmte Preisschwellen
nicht überschreiten darf.
Umweltschonende Produktion
Bei
diesem Produktionsverfahren entstehen keine Salze oder umweltbelastende
Abfälle, sondern lediglich Wasser. Das vereinfacht die gesamte
Herstellung. „Und wir entsprechen auch den strengen europäischen und
US-amerikanischen Vorschriften“, sagt Hansel.
Das Projekt
überzeugte die LIFE-Jury: Sie genehmigte dem Team ein Budget für zwei
Jahre. „Darauf haben wir gesetzt“, sagt Hansel. Jetzt können sie einen
Labortechniker einstellen, der sich gemeinsam mit der Anwendungstechnik
ganz den Versuchen widmen wird, um den Weichmacher mit den besten
Eigenschaften zu erhalten. „Natürlich stehen wir auch in Kontakt mit
unseren Kunden und wollen das Produkt maßgeschneidert an ihre Wünsche
anpassen“, sagt Hansel.
Weichmacher machen etwa ein Fünftel des
Umsatzes der BU PLA aus. Der neue grüne Hochleistungsweichmacher könnte
einen größeren Anteil daran einnehmen oder ein weiteres Geschäftsfeld
eröffnen. Auch das hat das Team in seiner Bewerbung berücksichtigt.
„Zusammen mit den Kolleginnen Gizem Cinar aus der Anwendungstechnik und
Miriam Bührle aus der Produktion sowie dem Kollegen Max Siebenbrock aus
dem Marketing konnten wir ein überzeugendes Bewerbungskonzept vorlegen“,
so Hansel.